Koreanisches Tteokgalbi, eine gemütliche Mahlzeit zu Hause

Vor ein paar Tagen hatte ich einen dieser stressigen Tage, an denen ich kaum Zeit hatte, richtig zu essen. Das Mittagessen habe ich irgendwie ausgelassen und einfach weiter an verschiedenen Dingen gearbeitet, und ehe ich mich versah, war es schon gegen 20 Uhr. Eigentlich wollte ich mir nur schnell Instant-Ramen machen, aber aus irgendeinem Grund hatte ich plötzlich richtig Lust auf Fleisch. Also öffnete ich am Ende doch eine Liefer-App.
Nachdem ich eine Weile durch die Speisekarte gescrollt hatte, entdeckte ich Tteokgalbi. Normalerweise denke ich bei Tteokgalbi eher an ein Gericht, das man im Restaurant isst, nicht zu Hause. Aber die Bewertungen sahen ziemlich gut aus, also entschied ich mich, es auszuprobieren. Normalerweise kostet Tteokgalbi per Lieferung etwa 12.000 bis 18.000 Won pro Person, und wenn man es als Menü bestellt, kann es leicht auf 20.000 Won oder mehr kommen. Das, was ich bestellt habe, lag ungefähr in diesem Preisbereich, und die Portion sah ganz ordentlich aus.
Es kam in ungefähr 40 Minuten an, was schneller war, als ich erwartet hatte. In dem Moment, als ich die Verpackung öffnete, konnte ich sofort dieses rauchige Grillaroma riechen, und direkt dachte ich: „Das könnte wirklich ziemlich gut sein.“

Es gab drei große Stücke Tteokgalbi, dazu eingelegte Zwiebeln, Salat und Dip-Sauce. Die Verpackung war schlicht, aber ordentlich. Als ich den ersten Bissen nahm, war ich ehrlich überrascht, wie saftig es war. Außen war eine leicht süße Glasur, während das Innere weich und zart war. Es hatte außerdem ein feines Holzkohlearoma, das unglaublich gut zu Reis passte.
Während ich weiter aß, bekam ich plötzlich Lust auf Soju. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, an diesem Abend nichts zu trinken, aber bei gegrilltem Fleisch wie diesem war es schwer zu widerstehen. Am Ende holte ich eine Flasche Soju aus dem Kühlschrank und schenkte mir ein Glas ein. Ein Bissen Tteokgalbi, gefolgt von einem Schluck Soju, war überraschend eine richtig gute Kombination. Der klare, scharfe Geschmack des Soju glich die Süße des Fleisches perfekt aus.
Ehe ich mich versah, hatte ich schon mehr als eine halbe Schüssel Reis aufgegessen. Mit dem Soju kam der Appetit sogar noch stärker zurück. Drei Stücke fühlten sich ein bisschen wenig an, aber es war genug, um mich zufrieden zu machen, ohne zu satt zu sein. Damals war es einfach nur ein zufälliges Essen, das ich ohne großes Nachdenken bestellt hatte, aber irgendwie blieb es mir im Kopf.
Ein paar Tage später musste ich plötzlich wieder daran denken. Da dachte ich mir: „Das wäre eigentlich ein ziemlich guter Blogbeitrag.“ Es war nur eine einfache Liefermahlzeit, aber sie war viel besser, als ich erwartet hatte. Außerdem wurde mir klar, dass Tteokgalbi ein großartiges Gericht ist, um es Ausländern vorzustellen, die authentisches koreanisches Essen probieren möchten.
Tteokgalbi ist eines der traditionellen Fleischgerichte Koreas und soll seinen Ursprung in der Hofküche der Joseon-Dynastie haben. Traditionell wurde das Fleisch von Rinderrippen gelöst, fein gehackt, gewürzt und dann wieder in Form auf den Rippenknochen geformt, bevor es gegrillt wurde. Obwohl das Wort „Tteok“ eigentlich Reiskuchen bedeutet, enthält das Gericht in Wirklichkeit keinen Reiskuchen. Der Name kommt von der weichen und leicht zähen Textur des gehackten Fleisches, die an Reiskuchen erinnert.
Früher wurde es oft an Feiertagen, bei Feierlichkeiten oder für besondere Gäste serviert. Besonders bekannt ist Tteokgalbi aus Damyang und Gwangju in Südkorea. Heutzutage gibt es viele moderne Varianten mit Schweinefleisch, Rindfleisch oder einer Mischung aus beidem, und sein rauchiger, süß-herzhafter Geschmack macht es nicht nur bei Koreanern beliebt, sondern auch bei Besuchern aus aller Welt.
Es ist ein Gericht, das man ganz unkompliziert genießen kann und das einem gleichzeitig einen Geschmack der koreanischen Tradition vermittelt. Ich glaube, wenn ich das nächste Mal wieder Lust auf Fleisch bekomme, wird das definitiv eines der ersten Gerichte sein, das ich bestelle.




